Müller-Thurgau ist ein Weißwein, der weit über Württemberg hinaus bekannt ist. Er verdankt seinen Namen dem Schweizer Professor Hermann Müller, der die Rebsorte gezüchtet hat. Angeblich durch eine Kreuzung von Riesling und Madeleine Royale. Der Name Müller-Thurgau wird heutzutage aber immer seltener verwendet. Gebräuchlicher ist das Synonym Rivaner. Eine Kurzfassung der beiden Begriffe Riesling und Silvaner, die praktisch die "Erzeuger" des Müller-Thurgau sind.

Unkomplizierter Charakter: Der Rivaner
In der deutschen Weinlandschaft war der Müller-Thurgau lange tonangebend, bis er vom Riesling abgelöst wurde. Flächenmäßig kann der Rivaner aber immer noch sehr gut mithalten, ist er doch auf knapp 14.000 Hektar vertreten. Zu verdanken hat er das vor allem seinen guten Charakter, denn er gilt als unkomplizierter und leicht zugänglicher Wein. Er lebt von seiner Frische und Jugendlichkeit und hat auch an seinen Standort keine zu hohen Ansprüche. Nur Trockenheit mag die Rebsorte nicht.

Die Entwicklung des Müller-Thurgau
Der Müller-Thurgau reift sehr früh, bringt aber große Ertragsmengen. Die Farben reichen von blass- bis hellgelb. Die Sorte hat eine milde Säure und ein feinfruchtiges Aroma, das besonders gut zu zarten Gerichten passt. Allerdings sollte der Wein jung getrunken werden, in den ersten Jahren nach der Ernte. Er eignet sich - bis auf wenige Ausnahmen - nicht zum Lagern. Das wertvolle Muskataroma geht sonst verloren.

Qualitätsverlust
Trotz seiner Beliebtheit hat der Müller-Thurgau bei Weinkennern einen schwierigen Stand. Da die Rebsorte so viel Ertrag bringt, wird sie immer häufiger für Massenweine verwendet, die von der Qualität her eher minderwertig sind. Das bringt dem Rivaner einen schlechten Ruf ein. Dennoch ist der Wein durch seine Unkompliziertheit besonders für Weineinsteiger geeignet.

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