Im Bereich der Neuzüchtungen ist der Kerner, eine weiße Rebsorte, ein besonders gelungener Wein, der in allen deutschen Weinbaugebieten bedeutend ist. Besonders in Württemberg.

Gekreuzt wurde er erstmals 1929 von August Herold, aus rotem Trollinger und weißem Riesling. Es sollte allerdings ganze 40 Jahre dauern, bis der "weiße Herold", so der ursprüngliche Name, Sortenschutz erhielt. Später wurde er in Kerner umbenannt, nach dem Dichter und auch Arzt Justinus Kerner. Der bekannte Kernling ist eine Mutation des Kerners und wurde 1974 entdeckt.

Der "kleine Verwandte des Rieslings"
Kennzeichnend für den Kerner sind dickschalige, meist gelbgrüne Beeren, die sehr saftig und süß sind. Sie weisen zudem eine gewisse Muskatnote auf, die sich auch bei der Spätlese wiederfindet. Diese passt vor allem zu Fleischgerichten wie Kalb und Lamm. Als Kabinettwein kann der Kerner hervorragend zu Süßspeisen gereicht werden. Es gibt ihn aber auch als Schoppenwein oder Sekt. Der Kerner ist fruchtig und feinaromatisch. Er gilt aufgrund seiner Vielfältigkeit auch als "kleiner Verwandter des Rieslings".

Das Image des Kerners
Aktuell findet sich der Kerner in Deutschland auf insgesamt 4.200 Hektar Rebfläche und ist damit rückläufig. Den Höhepunkt ihrer Popularität hatte die weiße Rebsorte 1992 als über 7.800 Hektar damit bestockt waren. Seitdem wird die Fläche immer kleiner. Worunter der Kerner besonders zu leiden hat, ist das schlechte Image, das mit einer Neuzüchtung einhergeht. Dieses sorgt dafür, dass der Anbau des Kerners stetig abfällt. Derzeit gibt es in Rheinhessen und in der Pfalz noch die meiste Rebfläche, in Württemberg sind es knapp 360 Hektar.

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