Mühlbach ist ein kleines Dorf im Kraichgau, das zu Eppingen gehört. Es besteht amtlich zwar
erst seit dem Jahre 1290, aber es gab vorher schon 13 Höfe, aus denen sich später das Dorf
entwickelt hat.
Das Mühlbacher Kuckucksholen ist ein alter Brauch, den es schon gab, bevor es das Dorf
Mühlbach überhaupt gab. Der Brauch stammt von einem der 13 Hofgute. Der am
Pfingstdienstag , dem zweiten Tag der Mühlbacher Kirchweih, gefeierte Frühlingsbrauch
symbolisiert aus uraltem deutschen Volksempfinden heraus Liebe und Leben in der
erwachenden Natur.
In der damaligen Zeit glaubte man fest an die übernatürlichen Kräfte des
Kuckucks als Verkünder des Frühlings. Es war für die damalige Dorfjugend Pflicht, auf ihn
Jagd zu machen. Seine ihm zugeschriebene Kraft sollte auf die jungen Jäger übergehen, die
den erlegten Vogel in einem Triumphzug ins Dorf trugen und dort das Kuckucksessen
bereiteten, an dem sie alle teilnahmen.
Das vermummte Pärchen, Liebe und Leben symbolisierend, schützt sich vor den Blicken böser Dämonen, denen die nimmermüde Mehlfrau Staub in die Augen streut, damit die Teilnehmer des Zuges nicht erkannt werden sollen. Der große Zug der Jäger, Metzger, Wirte, des Kuckuckswagens und der begleitenden Personen, trifft sich im Mittelpunkt des Dorfes zum Kuckucksessen, womit der Tag mit
einem großen Teil der Bevölkerung beschlossen wird. Auch heute noch wird der
Kuckucksumzug am Pfingstdienstag veranstaltet.
Der Heimat und Verkehrsverein hat in den letzten Jahren eine Trachtengruppe ins Leben gerufen, die neben den Jägern, Metzgern, Wilderern und den vielen Umzugswagen der verschiedenen Vereine fester Bestandteil des Kuckucksumzuges ist.
Heute wird statt eines Kuckucks ein Taubenpärchen geköpft und an
einen Baum geknüpft, der später im zentralen Schulhof errichtet wird. Das verliebte Pärchen
gibt es noch genauso wie die Mehlfrau, die allerdings statt Staub mit Konfetti wirft. Die
Bösen Geister, die alles abbekommen, sind Beamte in grüner Uniform, die für Recht und
Ordnung sorgen. Von den Umzugswagen regnet es Bonbons oder Freibier für die
Bevölkerung.
Die Marschroute des heutigen Umzuges beginnt auf einem Feldweg, startet
dann ins Dorf und hält auf dem Weg zum Schulhof vor dem das große Finale stattfindet
zweimal, wobei die Feuerwehrkapelle zum Tanz spielt. Das Spektakel endet mit der
Enthüllung des Brautpaares und der Mehlfrau. Danach wird die Bevölkerung im Schulhof
bewirtet und schließlich ist ja auch noch Kirchweih. |