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Unser Kurort - über 70 Jahre Bad
Nachdem im Jahr 1822 Salineninspektor Rosentritt am Rande des Einsiedelwaldes in 175 Meter Tiefe auf ein reichhaltiges Salzlager stieß, bemühte man sich schon bald darum, die Rappenauer Sole als Heilmittel einzusetzen.
Im März 1823 reiste der Apotheker Christof Niederheiser nach Karlsruhe, um dem Großherzog Ludwig eine "Denkschrift über die Einrichtung einer Badeanstalt von Solebädern in Rappenau" zu überreichen. Da der badische Staat kein Interesse für die Errichtung einer landeseigenen Badeanstalt zeigte, wurde 1832 ein Aktienverein ins Leben gerufen. Am 15. Mai 1834 wurde das Aktiensolebad "Sophienbad" (benannt nach der Schirmherrin, Großherzogin Sophie von Baden)
errichtet. Das dreistöckige Haus stand auf dem Gelände, auf dem sich heute das Hotel "Häfner-Bräu" befindet. Es verfügte über 14 Badekabinen und 23 möblierte Zimmer. Damit begann der Badebetrieb in Rappenau.
Das Salinen-Solbad (1845 - 1903) löste das drei Jahre zuvor aus Rentabilitätsgründen eingegangene Aktiensolbad ab. Die anfänglich 10 Badekabinen wurden infolge der guten Nachfrage im Laufe der Zeit auf 23 (1873) erhöht. 1862 kam ein Dampfbad hinzu, ab dem Jahr 1886 wurden Sole-Inhalationen verabreicht. Das Mannheimer Diakonissenhaus eröffnete im Jahre 1887 das Kinderkurhaus "Siloah" (Brunnen des Heils), in dem erholungsbedürftige Stadtkinder behandelt wurden. 1919 erwarb die Stadt Stuttgart das ehemalige Landhaus Reichardt
an der oberen Salinenstraße und baute dies zu einem Kindersolebad aus.
Der Heidelberger Professor Dr. Oskar Vulpius errichtete 1912 am Höhenrand des Rappenauer Waldes ein Sanatorium mit 120 Betten zur Behandlung von Knochen-, Gelenk- und Drüsenleiden. Ausschlaggebend für seine Standortwahl war die Bad Rappenauer Sole. Die sehr erfolgreiche Einrichtung mit dem Namen "Sanatorium-Solbad Bad Rappenau" erlangte Weltruf und trug zum Bekanntwerden des Kurortes Rappenau wesentlich bei.
Das gemeindeeigene Sophie-Luisen-Bad (1903 - 1966) löste das in die Jahre gekommene Salinen-Solebad ab. Es enthielt 24 Badekabinen, 6 davon mit Dusch-Einrichtung, eines für
kohlesäurehaltige Bäder und einen Inhalationsraum. Damit wurde eine neuer Abschnitt in der Geschichte des aufstrebenden Kurortes Rappenau eingeläutet.
Im Jahre 1905 wurde das im Jahre 1827 erbaute Salinenwirtshaus von der Gemeinde als Badehotel "Zur Saline" erworben und 1930 zum Kurhotel erweitert. Bis zu seinem Abriß im Jahr 1971 war es Mittelpunkt des geselligen Lebens in der Gemeinde.
Die Gründung des "Kurvereins" im Jahre 1902 war ein wichtiger Schritt bei den Bemühungen auf dem Weg zum Heilbad. Der eng mit der Gemeinde verbundene Verein kümmerte sich intensiv um die Werbung, die Einrichtung von Privatpensionen bis hin zu Konzertveranstaltungen und die Einrichtung von Spazierwegen und Ruheplätzen. Der Kurverein ließ 1928 im damaligen Kurpark an der Salinenstraße einen Musikpavillon bauen.
Der Weg zur Erlangung des Prädikats "Bad" war mühsam. Mehr als zwei Jahrzehnte dauerte es, bis das badische Staatsministerium am 4. September 1930 verfügte: dass die Gemeinde Rappenau (Amt Sinsheim) mit Wirkung vom 1. Oktober 1930 an den Namen "Bad Rappenau" zu führen" habe. Die jahrelangen Bemühungen hatten sich gelohnt.
In einer Feierstunde für geladene Gäste wurde am 6. Oktober 2000 - im Rahmen der 6. Bad Rappenauer Gesundheitswoche - der 70. Geburtstag von "Bad Rappenau" gewürdigt
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