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Kontaktadresse:
Heimatmuseum Bad Rappenau Heinsheimer Str. 16 74906 Bad Rappenau Telefon 07264 - 86129 |
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Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14.00-17.00 Uhr Eintritt: FREI Außerhalb der Öffnungszeiten können Gruppen nach Voranmeldung und gegen eine Gebühr im Rahmen einer Führung oder Veranstaltung das Museum besichtigen. |
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Museen sind heute zum selbstverständlichen Bestandteil des Kultur- und Bildungsangebotes geworden und werden als solches in immer stärkerem Maße angenommen. Diese Erkenntnis hat die Stadt Bad Rappenau in ihr kulturpolitisches Handeln aufgenommen. Ihr ist die Entstehung des Heimatmuseums zu verdanken, das im neuen, am 14. April 1989 eingeweihten Bad Rappenauer Kulturhaus "Forum Fränkischer Hof" eine Bleibe gefunden hat. Das neueröffnete Museum steht in der Tradition des 1930 vom Bildhauer und Heimatforscher Fritz Linder gegründeten Heimatmuseums, das leider den Wirren am Ende des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen ist. Das neue Museum bietet unter anderem einen Überblick über die Salinen- und Bädergeschichte als einem gewichtigen und untrennbaren Teil der Geschichte des einstigen Reichsritterdorfes Rappenau, das seit dem frühen 19. Jahrhundert eine beachtliche Entwicklung hin zu einem bekannten Kurort genommen hat. Salinen- und Bädergeschichte Bad Rappenau erhielt 1823 mit der Saline seinen ersten Industriebetrieb, der erst 1973 aus Rentabilitätsgründen endgültig seine Produktion einstellte. Mit der erfolgreichen Solebohrung Rosentritts im Jahre 1822 wurde auch der Grundstein für den Kurbetrieb gelegt. Bereits 1834 fand die Eröffnung des Sophienbades statt, des ersten Solebades im Großherzogtum Baden. Beide Unternehmen, Saline und Kurbetrieb, haben über 150 Jahre lang das wirtschaftliche und soziale Leben Bad Rappenaus entscheidend mitgeprägt und wesentlich dazu beigetragen, dass sich ein unscheinbares ritterschaftliches Bauerndorf mit damals lediglich 592 Einwohnern zu einer modernen Kur- und Bäderstadt gewandelt hat. Hieraus wird verständlich, weshalb mehr als 2/3 der Ausstellungsfläche (Neubau und 1. Kellergeschoss) der Darstellung der Salinen- und Bädergeschichte gewidmet sind. Dies geschieht durch umfangreiches schriftliches, bildliches und zeichnerisches Quellenmaterial, zahlreiche graphische und kartographische Illustrationen sowie kostbares gegenständliches Ausstellungsgut. Besondere Schaustücke der Sammlung sind die Bohr- und Fanggeräte (Flach-, Spitz- und Kreuzmeißel, Büchse, Bohrschere und Bohrzange, Spitz- und Federfänger) aus den Anfangsjahren der Saline. Sie bieten einen Einblick in die Bohrtechnik der Vergangenheit. Von besonderem Interesse sind ferner die aus Holz gefertigten Soleleitungen - Deicheln genannt - sowie die zu ihrer Herstellung verwendeten Deichelbohrer. An den Wänden vermitteln großflächige Originalzeichnungen, darunter einige in Farbe, ein Bild von der ursprünglichen Salinenanlage und den Veränderungen im Laufe der Zeit, sowie Einblicke in die Technik der Soleförderung, der Kraftübertragung und der Siedesalzerzeugung. Auch mehrere Päckchen Salz verschiedener Körnung fehlen nicht. Schließlich werden auch soziale Aspekte der Salinengeschichte, wie Dauer der Arbeitszeit, Entlohnung der Salinenarbeiter, die schwere körperliche Arbeit, die räumliche Streuung der Wohnsitze der Salinenarbeiter sowie das System des sozialen Beistandes vor Einführung der gesetzlichen Sozialversicherung gezeigt. An die Anfänge des Kurbetriebes erinnern zwei Aktien des 1833 gegründeten Aktienvereins, dem Träger des ein Jahr danach errichteten Sophienbades. Eine Solespindel zur Bestimmung des Salzgehaltes des Badewassers zählt neben einem Verzeichnis über die Einnahmen des Aktienbades im Jahre 1836 zu den ältesten Stücken des Bestandes. Graphiken, Karten und Modelle verdeutlichen die Aussage der Originale. Eine Attraktion ist zweifellos das Modell der ursprünglichen Kraftübertragungsanlage aus dem Jahre 1825, denn Kraftübertragungsanlagen bildeten die Voraussetzung dafür, dass maschinenbetriebene Pumpen zum Einsatz kamen und Kräfte über große Strecken auf mechanischem Wege übertragen werden konnten. Vor- und Frühgeschichte Auf dem Weg durch den 2. Keller durchmißt man die Vor- und Frühgeschichte im Bereich von Bad Rappenau - eine Zeitspanne von mehreren tausend Jahren. Hier ist umfangreiches archäologisches Fundgut untergebracht, das Dr.Hans Heinz Hartmann (Bad Rappenau) im Laufe mehrere Jahrzehnte in mühevoller Sammelarbeit zusammengetragen und nun freundlicherweise dem Museum zur Verfügung gestellt hat. Siedlungsgeschichte In unserer Landschaft liegt diese älteste Geschichte, von außen unsichtbar, unter der heutigen Oberfläche verborgen. Der Pflug des Landwirtes und die in unserer Zeit in Verbindung mit der regen Bautätigkeit so häufigen Erdbewegungen bringen die Überreste jener frühen Zeit an vielen Stellen zu Tage. Solche Fundstellen aus der Steinzeit, den vorgeschichtlichen Metallzeiten und der Römerzeit sind auf Gemarkungskarten dargestellt. Knochen und Zähne von Tieren sowie das Schädeldach eines Menschen (in Vitrine 1) sind Reste aus einer viele hunderttausend Jahre andauernden Epoche, in der die Menschen als umherziehende Nomaden vom Jagen und Sammeln gelebt haben, einer Epoche, in welcher der Mensch die ersten, aber vielleicht wesentlichsten Schritte getan hat hin zur Unabhängigkeit von einer meist lebensfeindlichen Umwelt. Erst mit jener wegweisenden Revolution, dem Sesshaftwerden in der jüngeren Steinzeit vor etwa 7000 Jahren, werden die Menschen in unserer Gegend für uns deutlich erkennbar. Sesshafte Bauern, die in dörflichen Gemeinschaften zusammenlebten, wohnten in stabilen, aus Holz und Lehm gebauten Hütten. Getreide wurde angebaut und Tiere gezüchtet. Als technische Neuerungen gab es aus Ton geformte Gefäße und geschliffene Steingeräte. Das Museum ist jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. |
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Musik EIN / AUS |
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