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Wappen von Bad Rappenau
Wappen der ORTSTEILE von Bad Rappenau
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Geschichte der Stadt Bad Rappenau

Bad Rappenau als geschlossene Siedlung taucht in Urkunden erst um die Mitte des 14. Jahrhunderts (1343 bis 1361) auf. Das hat seinen Grund darin, daß die alte Gemarkung Rappenheim lange Zeit in der Hand von Großbauernfamilien war, die in Weilern oder abgesonderten Gemarkungen siedelten. Das beweist das Vorhandensein von mehr oder weniger mächtigen Grabhügeln im Heidenschlag und bei den drei Eichen. Aus den Grabinventaren der 17 Grabhügel, aus den Bauresten römischer Landhäuser und des fränkischen Reihengräberfriedhofs läßt sich eine Siedlungskontinuität von der Jungsteinzeit über die Kelten-, Römer-, Alemannen- und Frankenzeit nachweisen.

STAUFER-LOEWE WUERTTEMBERG
Bereits in der ausgehenden Stauferzeit erlangten die Grafen von Vaihingen und von Württemberg Obereigentumsrechte in Bad Rappenau zu Bruchteilen. Aus dieser Zeit stammt das Ritterlehensgut, das die Grafen und spätere Herzöge zu Württemberg samt den vogteilichen Rechten an die Herren von Helmstadt und ab 1592 an die Herren von Gemmingen zu Lehen übertrugen.

WAPPEN von GEMMINGEN
Im Jahr 1601 errichtete Eberhardt von Gemmingen auf dem Grund einer älteren Anlage ein Wasserschloß als repräsentativen Wohnbau. Das Treppenportal zeigt reiche Renaissanceformen. Das Wasserschloß samt dem zugehörigen Areal von 1,5 ha wurde von der Gemeinde 1956 erworben und renoviert, beherbergte zunächst bis zum Jahr 1977 eine Rehabilitationseinrichtung und nach dem weiteren Umbau von 1980 bis 1991 die Stadtverwaltung.

BADEN
Ins Licht trat das ritterschaftliche Bauerndorf mit 1.043 Einwohnern mit der Errichtung der badischen Staatslinie im Jahr 1823. Stadtinspektor Rosentritt, der auf großherzogliches Geheiß nach Salz schürfte, war ein Jahr zuvor auf umfangreiche Lager gestoßen, die man umgehend erschloß.
Die gesundheitsfördernde Wirkung mit 27 Prozent vollgesättigte Sole war bald bekannt. Sie hat schon 1833 laut amtlicher Mitteilung "in Hinsicht auf Heilung" gute Erfolge gezeigt und würde noch mehr besucht werden, wenn die Einrichtung mehr dem Bedürfnis entsprechend gewesen wäre.

Diesem Bedürfnis nachzukommen, überstieg lange Zeit die Finanzkraft der Gemeinde. Dennoch konnte 1877 das erste Kurheim errichtet werden; weitere folgten. 1903 baute man das "Sophie-Luisen-Bad", das sechs Jahrzehnte lang seinen Dienst tat. Daneben gab es seit 1912 das Sanatorium Dr. Vulpius (Vulpius-Klinik), seit 1887 das Kindersolebad Siloah des Diakonissenmutterhauses Mannheim und ab 1919 das Kindersolebad der Stadt Stuttgart.

1930 endlich durfte man sich stolz "Bad Rappenau" nennen und nur wenige Jahre später, damals eine Attraktion, wurde das erste Sole-Freischwimmbad Süddeutschlands eröffnet.

BADEN-WUERTTEMBERG
Mittlerweile hatte sich aufgrund und infolge der landesweiten Gemeinde- und Gebietsreform die kommunale Struktur des Heilbades umfassend geändert. Auf der Grundlage freiwilliger Vereinbarungen gelang es ab 1. Januar 1971 nach und nach die Gemeinden Babstadt, Treschklingen, Obergimpern, Wollenberg, Heinsheim, Fürfeld, Grombach und Bonfeld in die Gemeinde Bad Rappenau einzugliedern. Dadurch wuchs das Gemeindegebiet von bislang 1.387 ha auf nunmehr 7.358 ha und die Einwohnerzahl von 5.826 auf 14.323. Neben vielen anderen strukturellen Voraussetzungen und Gegebenheiten waren diese Zuwächse letztlich ursächlich für die Erhebung der Gemeinde Bad Rappenau mit Wirkung ab 1. Oktober 1973 zur Stadt. Die Gemarkung der Flächenstadt reicht heute im Osten bis an den Neckar, grenzt südlich an das Stadtgebiet von Heilbronn, nördlich an Siegelsbach und Haßmersheim und reicht im Westen bis an die Gemarkungsgrenzen von Kirchardt und der Stadt Sinsheim.

Im Jahre 1989 wurde die dritte Erweiterung im Bautrakt des Sole-Hallenbades, das zusammen mit dem Kurmittelhaus zu einem großzügigen und modernen Therapiezentrum avanciert ist, in Betrieb genommen und 1992/93 konnte das Sole-Freibad für 15 Millionen Mark renoviert werden.
Einschließlich der Rheumaklinik, welche bereits Ende 1987 in Betrieb genommen wurde, verfügt Bad Rappenau heute über 1.000 Klinikbetten für stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen in fachärztlich geleiteten und modern ausgestatteten Häusern.

Aber auch die Kommune selbst hat in den letzten 25 Jahren seit ihrer Erhebung zur Stadt die Hände nicht in den Schoß gelegt. Die mittlerweile weitgehend abgeschlossene Stadtsanierung hat dem Ortskern ein völlig neues Gesicht verliehen. Es wurden Dienstleistungs- und Einkaufszentren errichtet und bis im Jahr 2000 soll dort auch das neue Rathaus stehen. Auf dem Gebiet des Bildungs- und Sportwesens konnten gleichfalls große Fortschritte erzielt werden. Bad Rappenau besitzt ein großzügiges Schulzentrum mit Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule sowie zwei große Sporthallen.

Alles in allem bietet Bad Rappenau einerseits den Komfort und das Ambiente eines modernen Heilbades, mit einem vielfältigen Angebot an Freizeiteinrichtungen. Andererseits konnte dennoch der Charme, den insbesondere ein ländlicher Kurort auszustrahlen vermag, bewahrt werden. So präsentiert sich, eingebettet in eine reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft, Bad Rappenau heute als eine lebens- und liebenswerte Kleinstadt, mit an Kultur und Geschichte reicher Vergangenheit, einem sympatischen Ortsbild und liebevoll gepflegter, historischer Bausubstanz, wo es sich zu leben lohnt.

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